Donnerstag, 10. September 2015

Genesung der Opfer

Spätestens nach Beendigung der Verbindung (Ehe, Partnerschaft, Freundschaft) zu einem Narzissten, ist es für das Opfer dringend an der Zeit, an seiner Genesung zu arbeiten. Das Erlebte zu verdrängen, das kann nicht der richtige Weg sein. Es ist davon auszugehen, dass die Erinnerung des Opfers später doch wieder aufbricht, es dann in Situationen einholt, in denen es damit überfahren ist.

Die Fachliteratur greift gern darauf zurück, eine Therapie für das Opfer vorzuschlagen. Nicht jedes Opfer aber möchte den Weg zur Therapie einschlagen.

Alternativen dazu sind ggf. Selbsthilfegruppen zu besuchen, zu gründen, Facebookgruppen, die inzwischen sehr gute Opferhilfe von Betroffenen anbieten aufzusuchen, Selbstarbeit zu leisten, Gespräche mit Freunden, Familienmitgliedern zu führen.

Das Opfer kann sich dabei erwischen, dass nach einer Trennung vom Narzissten die Gedanken um ihn weiterkreisen. Das Opfergehirn kann sich daran gewöhnt haben, in Kreisläufen zu denken, denn oftmals ließen sich keine Lösungen für narzisstisch erzeugte Probleme finden. Wenn ein Gehirn aber durch den Kontakt mit einem Narzissten "umprogrammiert" wurde, dann ist es auch möglich, diese Umprogrammierung wieder aufzulösen.

Durch Gedankenbeobachtung, z. B. während einer Meditation, wird sehr schnell deutlich, welche Gedankenkonstrukte momentan bestehen. Diese an sich vorbeiziehen zu lassen, sie aus der Distanz zu beobachten, sich nicht in sie einzubinden, kann dabei helfen, situativ aber auch langzeitig, die Gedankenkreisläufe zu durchbrechen oder aufzulösen. Regelmäßige Meditation kann also helfen.

Sich im Alltag bei Gedanken an den Narzissten zu erwischen, kann unterbunden werden, indem eine Wahrnehmung davon stattfindet. Die Gedanken können hübsch eingepackt werden in eine imaginäre Schublade. Kriechen sie da wieder heraus, werden sie wieder eingepackt, bis Zeit, Lust und Muße besteht, die Schublade bewusst zu öffnen, um Themen bewusst zu durchdenken.

Fortsetzung folgt.



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