Freitag, 11. September 2015

Narzisstische Liebe

Narzissten können nicht lieben.

Das, was für sie als Liebe gekennzeichnet wird, das ist durchsetzt von Missbrauch des Opfers. Die Benennung von Liebe soll das Opfer instrumentalisieren, dem Narzissten zu dienen.

Narzisstisch deklarierte Liebe ist Gewalt, mehr nicht.

Es mag das Opfer trösten, zu wissen, dass es nicht an ihm selbst liegt, nicht geliebt zu werden. Es würde jedem mit einem Narzissten so gehen. Die EX, die NEXT, alle berichten das gleiche.

Es mag sogar sein, dass ein Narzisst sich zeitweise bemüht, die Liebe in sich zu finden, wenn sein Leidensdruck groß wird. Bedauerlich leider, dass er dann lediglich danach strebt, die Liebe zu ergattern. Dabei verhält er sich, als würde er eine Sache in Besitz nehmen und in sich einsperren, vermutlich von der Angst getriggert, sie könnte ihm wieder entkommen. Liebe kann man jedoch nicht einsperren, Entziehung von Freiheit ist ihr nicht zu verhindernder Tod.

Freiwilliges Geben? - Völlig undenkbar (!), allenfalls in seltenen Anwandelungen von überzogen kommunizierter, materieller Großmütigkeit, die zu huldigen sind. Geben wird hier gerne auch mit "ich kauf Dir was" verwechselt. Nicht selten erfolgt dafür später sogar der Hinweis auf Undankbarkeit, wurde nicht zur Genüge die spendable Geste gehuldigt. Das ist auch logisch, denn es macht ihn das Geben an sich nicht im geringsten glücklich, so ist er angewiesen, auf eine überzogene Reaktion des Beschenkten. Und das Opfer hat gefälligst genau das anzunehmen, was der Narzisst bereitstellt, völlig egal, ob das Opfer keine Schokolade isst, es wird sie bekommen, hat unermesslich dankbar dafür zu sein. Paradox wird es, wenn das Opfer sich auf ein solches Spiel sogar einlässt, um dann folgend damit konfrontiert zu werden, dass es durch positive Worte wohl arglistig vorhätte, den Narzissten zu manipulieren (!!!), womöglich noch mit dem perfiden Hintergedanken, weitere Geschenke zu bekommen. Hier zeigt sich für mich die Grenze zur Paranoia.

Kleine oder lustige "Liebesgaben" an ihn hingegen werden ganz gerne ignoriert, kritisiert, als Angriffe verstanden, oder gar nicht verstanden. Es passiert keine echte Hingebung, keine Annahme, kein kreativer Prozess. Seltsam.

Fragt man einen Narzissten nach seinen Wünschen, dann werden diese nicht geäußert. Mag auch sein, dass da nicht alle Narzissten gleich sind.

Er wird sich sein Leben lang fragen, wie es sich tatsächlich anfühlt, einfach zu lieben, was genau dazu gehört, zu lieben, während er sich dauerhaft in Nichtliebe vertölpelt. Ein Mensch, der nicht lieben kann, aber einen anderen Menschen für sein grandioses Ich braucht, hat wohl keine andere Möglichkeit, als den Schein der  Liebe, möglichst perfekt darzustellen.Was daraus für das Opfer erwächst, ist schleichend und zunehmend verletzend, emotional toxisch, einfach zerstörend, gewaltsam.

Das Opfer spürt deutlich, dass die Liebe, vom Narzissten benannt, nur ein gedankliches Konstrukt sein kann, denn es fehlt die Herzlichkeit, die Freude, das Lächeln, die Geschmeidigkeit oder Genuss und Vieles mehr. Liebende Körper zeigen ihre Weichheit, sie sind nicht starr, hektisch, nervös, linkisch, eilig, unempfänglich, grob, unvorsichtig, ignorierend.

Das Opfer fühlt sich im Beisein seines Narzissten angesteckt von innerer Leere, vom innerem Tod, egal, was es dagegen versucht an Liebe einzuspeisen, nichts davon kommt an. Falls doch, ist es nach wenigen Tagen oder gar Stunden längst wieder vergessen. Es genügt ein klitzekleiner Anlass, dann folgt die narzisstische Rage, Tobsucht oder auch Kälte, die letztlich nur Angst und Hass und Verachtung zum Ausdruck bringt.







Was Nichtliebe ist, beschreibt Peter Lauster hier sehr schön, sie kommt der "narzisstischen Liebe" sehr nahe.

http://www.peterlauster.de/download/keine_liebe_ist.pdf

(Bitte den Linkpfad markieren, kopieren (Strg + C) und selbst im Browser öffnen).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen