Samstag, 19. September 2015

Loslassen der Opfer II

Das erfolgreiche Loslassen des Opfers vom Narzissten ist vom Narzissten so lange unerwünscht, bis er selbst, häufig erst in vorangeschrittener Beziehung, zur Überzeugung kommt, das Opfer sei ihm zu nichts mehr Nutze. 



1) Das Opfer gehen zu lassen, gelingt ihm, wenn schon ein anderes Opfer bereit steht. Wie eine Zecke wechselt er den Wirt.

2) Das Opfer gehen zu lassen, gelingt ihm, wenn es schon zu gebrochen, zu krank, zu zerstört erscheint. Dann kann es ihn ja nicht mehr versorgen, umkümmern.

3) Das Opfer gehen zu lassen, gelingt ihm, wenn das Opfer zu anstrengend wird, weil es rebelliert. Störungen seiner narzisstischen Muster sind nicht zu akzeptieren, das ist ihm dauerhaft gesehen zu nervig. Rebellierende Opfer, die ständig etwas von ihm wollen, sie lenken ihn zu sehr von ihm selbst ab.

4) Das Opfer gehen zu lassen, gelingt ihm, wenn das Opfer mit bewusst eingesetzten narzisstischen Strategien gegen den Narzissmus in ihm ankämpft. Merkt er, dass er einen Machtkampf verliert, verschwindet er schnell, denn mehrfache Niederlagen sind ihm unerträglich.

5) Das Opfer gehen zu lassen, gelingt ihm, wenn das Opfer ihm zu gelangweilt erscheint. Ein Opfer, das ihm gelangweilt entgegen tritt, sich nicht mehr großartig von ihm triggern lässt, einfach sich anderen Themen zuwendet, sich vor ihm zu sehr abgrenzt, wird schnell uninteressant.

6) Das Opfer gehen zu lassen, gelingt ihm, wenn das Opfer ihm an Liebe, Empathie, Großmut in hohem Maße überlegen scheint. Echte Liebe schlägt ihn in die Flucht. Zu schmerzhaft wäre für ihn die Erkenntnis, dass das Opfer bei sich selbst bleibt, sich nicht irritieren lässt, dann auch noch liebend und gebend reagiert.

7) Das Opfer gehen zu lassen, gelingt ihm, wenn es ihn zu oft demaskiert. Die Demaskierung ist für ihn ein hohes Risiko, sie entreißt ihm seinen Schutz.



Für ihn bedeutet es allerdings eine massive Kränkung, wenn ihm jemand den Rücken schon zukehrt, bevor er dies selbst vollziehen kann. An der Bereitschaft des Opfers, ihn nicht mehr zu umgarnen, liest er seinen eigenen Wert ab. Gelangt er zu dem Verdacht, sein Wert würde nicht mehr erkannt werden, schlittert er in eine Krise, die er zu verhindern sucht. Jetzt ist es also ganz wichtig, das Opfer davon abzuhalten, ihn zu verlassen. Dazu bedient er sich seiner gewohnten Muster, die schnell zu durchschauen sind: Honeymoon und Destruktion in abwechselnden Phasen.




Für Opfer, denen das dauerhafte Loslassen schwer fällt, empfehle ich dieses Buch:





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