Samstag, 10. Oktober 2015

Warum Liebe?

Narzissten können nicht lieben. Sie wünschen sich, geliebt zu werden, aber für etwas an ihnen. Das Opfer hat zu benennen, woran dessen Liebe Anbindung findet. "Warum liebst Du mich, für WAS liebst Du mich, WAS an mir liebst Du überhaupt? Woran begründest Du Deine Liebe? Du musst doch wissen, WAS an mir Deine Liebe zu mir auslöst?!"

Die Frage nach dem "WAS" ist eine Frage nach einer Sache, wohlbemerkt. Das Fordern einer Antwort erzeugt Druck. Ich denke, wer so eine Frage stellt, erwartet eine "fette" Liste an Benennungen, letztlich doch nur, um den Bauchpinsel an sich zu reiben? Liebe sachdienlich zu binden, ähm, ... nun ... wie soll das gehen? 

Die Frage nach dem "Warum" der Liebe drängt das Opfer in die Rechtfertigungsposition ("Nenne mir den Grund, ohne Grund ist Deine Liebe unglaubwürdig!"). Die Frage nach dem "Warum" ("Warum hast Du das getan?") kann Schuld implizieren.

"Ich liebe Dich, nicht Dich für etwas, das Du sein könntest oder nicht sein könntest. Liebe ist ein Gefühl. Sie ist da, oder sie ist nicht da." - Eine solche Antwort ist für den Narzissten völlig unbefriedigend. Sie wirft ihn auf sich selbst zurück. In ihm selbst aber ist nichts oder nicht viel vorhanden, ganz gewiss kein positives, echtes, tiefes Gefühl, das ihm Halt und Sicherheit bietet, sich selbst zu vertrauen, sich in beidseitiger Liebe zu betrachten, zu fühlen, zu erleben. 










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